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Gemeinsam für den Klimaschutz unterwegs

Mehr Klimaschutz erfordert, ausgetretene Pfade zu verlassen und neuen Ideen Raum zu geben. Einzelne Unternehmen können dazu viel beitragen – und tun es auch. Aber wenn Wirtschaft und Politik sich zusammentun, können wir viel schneller zu innovativen und nachhaltigen Lösungen kommen.

Das Förderprojekt „CO2-freie Zustellung in Bonn“ ist ein gutes Beispiel dafür. Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit haben sich Deutsche Post DHL und die RWTH Aachen mit weiteren Partnern zusammengetan, um eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen: die Idee einer CO2-freien Zustellung.

Dazu hat Deutsche Post DHL gemeinsam mit der RWTH Aachen ein Elektrofahrzeug entwickelt, das diesen Traum in die Realität umsetzt: den StreetScooter. Das neue Elektroauto, das wir zusammen mit der RWTH Aachen und der StreetScooter GmbH speziell für die Brief- und Paketzustellung entwickelt haben, wird in einem auf drei Jahre angelegten Pilot in Bonn eingesetzt werden. Wir sind stolz darauf, damit wieder einmal Neuland zu betreten.

Aber natürlich ist dieses Projekt nur ein Baustein, wenn auch wichtiger, in einem gewaltigen Puzzle. Neben kontinuierlicher Investition in „grüne“ Technologien erweitern wir stetig unser Angebot an GoGreen-Produkten und klimaeffizienten Logistik- und Versandlösungen für unsere Kunden. Ob als Privat- oder als Geschäftskunde, immer mehr Menschen wollen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Es ist noch viel zu tun

Für gemeinsames Handeln ist das Pilotprojekt CO2-freie Zustellung in Bonn ein hervorragendes, ermutigendes Beispiel. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Es braucht noch viel mehr gemeinsames Handeln von Wirtschaft, Forschung und Politik, damit wir schneller Fortschritte erzielen:

1. Wir müssen einheitliche Standards für Emissionsmessung und marktgerechte Bepreisung von Emissionen schaffen. Nur so beziehen wir wirksam die gesamte Wertschöpfungskette einschließlich aller Zulieferer und Subunternehmer ein.

2. Wir müssen noch viel mehr in die Entwicklung marktreifer klimaeffizienter Fahrzeugtechnologien investieren und diese stärker öffentlich fördern. Der Fokus darf hierbei nicht mehr fast ausschließlich auf Individualverkehr liegen, sondern muss den Wirtschaftsverkehr in viel stärkerem Maße einbeziehen.

Das Förderprojekt „CO2-freie Zustellung“ zeigt, dass es möglich ist.

3. Es ist höchste Zeit, politische Regularien zu beseitigen, die eine bestmögliche Kapazitätsauslastung verhindern. 25% aller LKW-Fahrten in der EU sind Leerfahrten. Damit muss Schluss sein.

An vielem wird schon tatkräftig gearbeitet. Es gilt nun, nicht nachzulassen, denn wir haben keine Zeit mehr, den Klimaschutz auf morgen zu verschieben.

Für Deutsche Post DHL ist eines klar: Logistik kann und muss einen Beitrag dazu leisten.

Weitere Informationen

6 Kommentare

  • René Gilbert

    Die Bestrebung nach mehr Umweltfreundlichkeit und Lebensqualität ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Beim Blick ins Detail zeigen sich jedoch Kehrseiten, die die Vorteile sogar überwiegen dürften.

    Zum Einen stellt sich die Frage nach der Erzeugung des Stromes für die E-Autos. Stammt dieser aus fossilen Quellen? Dann dürfte der Gesamtwirkungsgrad durch die Umwandlungs-, Leitungs- und Ladeverluste noch schlechter sein als sie direkt im Verbrennungsmotor einzusetzen, im Endeffekt würde also mehr statt weniger Energie verbraucht. Der Schadstoffausstoß wird nur aus der Stadt (KFZ) ins Umland (Kraftwerk) verlagert, bei Atomstrom kommen noch die bekannten Risiken und die Endlagerproblematik hinzu.

    Zum Zweiten benötigen E-Autos Stromspeicher in Form von Akkus, die heute und wohl auch mittelfristig noch auf Lithium-Technik basieren. Für die Gewinnung von Lithium werden schon jetzt einzigartige Landschaften zerstört, allem voran der bekannte Salar de Uyuni in Chile:

    http://www.bing.com/images/search?q=salar+de+uyuni&go=&qs=ds&form=QBIR

    Es werden Konflikte geschürt, die bei größenordnungsmäßiger Verbreitung von E-Autos zu ähnlichen Ausmaßen anwachsen könnten wie die um Öl und Gas:

    http://www.reduse.org/de/blog/lithium-gewinnung
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/lithium-fieber-kampf-um-den-rohstoff-der-zukunft/3311814.html

    Abgesehen von der Reduktion der Lärmbelastung ist bis hierher nur Mehraufwand zu erkennen mit Folgen, für die ich mir als Unternehmen DHL mehr als einmal überlegen würde, ob ich dafür die Vorreiterrolle übernehmen möchte.

    Eine echte Verbesserung kann meiner Ansicht nach nur eine grundlegende und umfassende Reduktion des motorisierten Verkehrs bewirken. Es müssten Konzepte zum flächendeckenden Einsatz von Fahrradboten im innerstädtischen Paketverkehr erprobt und umgesetzt werden (Lastenräder), auch wenn dies zunächst eine erhebliche Umstellung bedeutet. Nur so kann Fortbewegung und Transport ohne Zerstörung der Natur realisiert werden.

    Den Mehrkosten für Personal und Zwischenlager stünden erheblich geringere Kosten für Anschaffung und Betrieb der Fahrzeuge entgegen, ansonsten sollte mit Blick auf die außerordentlich hohen Gewinne noch genügend Spielraum vorhanden sein. DHL könnte seine internationale Präsenz nutzen um die Politik zu Verbesserungen im Verkehrswesen anzuregen, was wiederum der eigenen Flotte zugute käme.

    Die Mentalität des “Anpackens” und der Can-Do-Spirit werden so oft erwähnt und gelobt, warum nicht auch in dieser Hinsicht viel bewegen?

    • Michael Sellen

      Lieber Herr Gilbert,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr Interesse. Der Strom für unsere Elektrofahrzeuge im Modellprojekt “CO2-freie Zustellung in Bonn” stammt selbstverständlich aus erneuerbaren Quellen. Wie Sie richtig erwähnen, kann das Thema Wirkungsgrad nicht außer Acht gelassen werden: Hier stehen Leitungsverluste aber auch dem allgemein höheren Wirkungsgrad von Elektromotoren gegenüber. Insbesondere bei intensiven Start-Stopp-Zyklen in der Zustellung macht sich dieser Vorteil bemerkbar.
      Natürlich ist auch die Lithium-Förderung ein ernst zu nehmendes Thema. Solange die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte um die Vor- und Nachteile von Elektromobilität noch nicht abschließend geklärt ist, setzen wir auf ein vielfältiges Portfolio von Alternativen, wie beispielsweise den groß angelegten Einsatz von aerodynamischen und motortechnischen Verbesserungen, den kontrollierten Test von nachhaltig gewonnenen Biokraftstoffen, sowie die Schaffung neuer Mobilitätskonzepte sowohl motorisiert, wie in diesem Beispiel mit dem StreetScooter, sowie auch motorunterstützt z.B. durch den Einsatz von elektrisch unterstützten Fahrrädern oder komplett motorlos, in der Zustellung zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
      Pilotversuche, wie beispielsweise die innerstädtische Zustellung mit Lastenfahrrädern in Paris (“La Petite Reine”) oder eine kürzlich gestartete Studie zur innerstädtischen Zustellung in Chengdu, China mögen erfolgversprechende Lösungen für Zustellverkehre aufzeigen, für Langstreckentransporte werden aber auch in Zukunft motorisierte Fahrzeuge eingesetzt werden. Hier suchen und implementieren wir Lösungen um den Kraftstoffverbrauch zu senken und Güter effizient ans Ziel zu bringen. Mit einem offenen Blick für viel versprechende, nachhaltige Alternativen und gezielten Pilotprojekten zur Erprobung versuchen wir auch heute schon, zusammen mit Kunden, Politik und Wirtschaft in eine nachhaltige Zukunft zu steuern.

  • Christian Biewald

    Hallo Herr Appel,

    CO2-freie Zustellung in Bonn klingt nach einem vielversprechenden Startschuss für ökologiegerechte City Logistik. Ein Weg, der unbedingt weiterverfolgt werden sollte.
    Ihr Blick in die Zukunft macht mich allerdings etwas stutzig. Ich gebe ihnen Recht, dass die aktuelle LKW-Auslastung deutlich zu niedrig ist – sowohl vom ökologischen als auch vom öknomischen Blickwinkel aus betrachtet. Jedoch sehe ich weniger politische Ursachen in diesem Status Quo, denn vielmehr logistische Konzepte wie Just-in-Time Anlieferungen, sowie unzureichend abgestimmte Supply Chains. Bereits seit Jahren ist der Load Leveling Ansatz ein viel diskutiertes Thema. Eine stärkere Bündelung von Transporten käme der Umwelt, wie auch dem Verbraucher zu Gute – wäre dieser nur bereit zwei Tage länger auf seine Bestellung zu warten. Die im Gegenzug sinkenden Transportkosten sind sicherlich ein Anreiz.

    • Frank Appel

      Sehr geehrter Herr Biewald,
      vielen Dank für Ihr Lob! Wir sind ebenfalls der Meinung, dass der Weg in eine ökologischere Zukunft nur zusammen zu erreichen ist.
      Zusammen mit unseren Partnern und durch die Ambition unseres Umweltschutzprogramms GoGreen sind wir auf einem guten Weg, den ökologisch effizienten Transport von Gütern weiter zu forcieren. Ökologische, ökonomische und zeitliche Effizienz stehen auch nicht unbedingt im Widerspruch: Kontinuierlich arbeiten wir daran, gleichzeitig die Kundenwünsche von Versendern und Empfängern, nach einem schnellen Gütertransport zu erfüllen und durch optimierte Lieferketten gleichzeitig auch die Auslastung zu steigern und somit die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Hier sind beispielsweise unsere “Lead Logistics Provider”-Projekte zu nennen, in denen wir die gesamte Logistik unserer Kunden übernehmen und optimal koordinieren und bündeln können. Auch auf der letzten Meile ermöglichen Konzepte wie unsere Packstationen und die Wunschzustellung in eine Filiale die schnelle, erfolgreiche Zustellung an unsere Kunden und vermeiden unnötige Transportwege. Trotzdem müssen auch einige politische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die eingeschränkte Kabotagefreiheit im Straßentransport auf diese Gegebenheiten angepasst werden.

  • Ralf Schmidt

    Mensch tolle Sache! Wenn die jetzt nicht durch mit RECS Zertifikaten umgelabelten Atom und Kohlestrom betrieben werden würden wäre das ja sogar tatsächlich n Beitrag zur Klimarettung. Aber das würd natürlich wieder Geld kosten also was soll man auch erwarten?

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