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Wer braucht schon Privatsphäre? – Zur Zukunft des Online-Shopping

Mit dem klassischen Einkaufsbummel hat Online-Shopping nur wenig zu tun. Im Einkaufszentrum schlendern die Kunden durch das Geschäft, schauen sich die Auslagen an und finden so das, wonach sie suchen – oder manchmal auch etwas, wonach sie gar nicht gesucht haben. Online-Kunden hingegen benutzen meist Suchmaschinen, um gezielt nach einem Produkt oder einer Produktkategorie zu suchen.

In der Zukunft wird es bei den Online-Shops darum gehen, mehr über den einzelnen Käufer zu wissen. Deshalb werden beim Online-Einkauf zunehmend automatisch Produkte angezeigt, von denen man weiß, dass der Käufer sie mag. Was uns online bisher fehlt, ist die soziale Dimension, aber auch das ändert sich. Der Mensch ist ja ein sehr geselliges Wesen und deshalb glaube ich, dass wir auch weiterhin in echten Geschäften einkaufen werden, um echte Menschen zu treffen.

Es gibt keine Privatsphäre mehr. Gewöhnen Sie sich lieber dran.

Während Online-Shopping vonseiten der Anbieter stetig weiterentwickelt wird, stellt sich gleichzeitig die Frage nach der Privatsphäre der Nutzer. Tatsache ist, dass Anbieter immer mehr über jeden einzelnen Kunden wissen und wissen werden. Zurzeit dreht sich alles nur noch um die Datenmengen und wie sie genutzt werden können. Auch wenn wir es uns nicht immer eingestehen wollen, kennen wir doch die Vorteile: Wir erhalten die Informationen, die wir suchen – und dabei weniger Spams, die beim Online-Shopping mehr und mehr als Todsünde gelten. Die Kehrseite der Medaille sind natürlich die negativen Auswirkungen auf unsere Privatsphäre.

Aber wie hat neulich jemand so treffend gesagt: „Es gibt keine Privatsphäre mehr. Gewöhnen Sie sich lieber dran.” Da steckt viel Wahres drin, aber es braucht nur ein paar Datenmissbrauchsskandale und schon sieht die Sache wieder ganz anders aus. In dieser Hinsicht ist Online-Shopping dem klassischen Einkaufen ironischerweise sehr ähnlich, denn es geht um Vertrauen. Und Vertrauen wird nur langsam aufgebaut, ist aber schnell verspielt.

Waren Sie in jüngster Zeit in einer Buchhandlung?

Um zu wissen, welche Produkte möglicherweise durch den aufstrebenden Online-Handel aus dem traditionellen Einzelhandel verschwinden könnten, muss man sich nur die bisherige Entwicklung anschauen. Zu den ersten Produkten, die sich online gut vertreiben ließen, zählten jene, die vor dem Kauf nicht angefasst oder gekostet werden müssen wie Bücher und Musik. Waren Sie in jüngster Zeit in einer Buchhandlung? Wahrscheinlich nicht. Letzten Endes könnten sogar alle Produkte aus dem traditionellen Einzelhandel verschwinden, sobald auch Geschmack und Geruch digitalisiert sind. Auch wenn das jetzt noch Zukunftsmusik ist – irgendwann wird es möglich sein.

Der traditionelle Einzelhandel wird sich allein aufgrund der sozialen Bedürfnisse der Menschen und der lokalen Vermarktung behaupten. Stellen Sie sich vor: Sie laufen mit Ihrem Smartphone durch die Stadt und werden mit Nachrichten darüber bombardiert, was Sie in wenigen Metern Entfernung alles kaufen können. Die sofortige Erfüllung von Bedürfnissen als permanente Verlockung.

Eigene Paketklappe in der Haustür

In diesem Szenario spielt die Logistik eine wichtige Rolle. Die Zeiten, in denen der Kunde seine Einkäufe selbst nach Hause trägt, werden der Vergangenheit angehören. Beim Online-Shopping ist dafür der Verkäufer verantwortlich – und die Lieferung wird zum Wettbewerbsvorteil. Wer mit dem innovativsten Logistikdienstleistern zusammenarbeitet, gewinnt.

Die Logistikunternehmen müssen vorausschauend denken und auf die Bedürfnisse der Leute eingehen. Denken Sie nur daran, dass die Kunden, die online einkaufen, meistens nicht zu Hause sind, wenn ihr Paket geliefert wird. Ich stelle mir vor, dass jeder eine kleine Klappe in der Haustür hat. Wie eine kleine Katzentür, nur eben für Pakete. Die Tür ließe sich nur in eine Richtung öffnen und könnte sogar an ein Kühl- oder Tiefkühlelement gekoppelt sein.

Alles zu weit hergeholt? Ich bin gespannt auf Ihr Feedback.

Für weitere Informationen zum Thema lesen Sie bitte auch die neueste Ausgabe vom E-Commerce Special.

3 Kommentare

  • Kellersmann

    Die Paketklappe ist eine gute Lösung! Da brauchen wir innovative Ideen und Wettbewerb, gern auch mit Kühlfach und automatischer SMS-Meldung, geschützt vor Einbruch. Dem Einzelhandel wünsche ich mehr Kreativität. Spontankäufe sind wie das Versandgeschäft ebenfalls die Zukunft. Keiner will mehr warten. Wenn ich in meiner Stadt nach einem Produkt suche, finde ich nur schlecht gemachte Portale. Wo bleiben die Informationen, wer welche Produkte vorrätig hält – und vor allem: Wo sind die Hinweise zu Öffnungszeiten, Anfahrtskizzen und Service. Lassen sich die Einzelhändler durch Versender komplett die Butter vom Brot nehmen? Beispiel: Bitte einmal die Suche “Mongolischer Feuertopf” online und dann für meine Stadt eingeben. Wo lande ich? Bei zig Versendern. Und Einzelhändler: Tote Hose. Dabei will ich meinen Kaufdruck befriedigen, spontan losfahren und habe keine Anhaltspunkte, wo ich lokal fündig werde.

  • Frans Huijbregts

    We (Logixbox) fully underscribe your vision towards the future of delivery of e-commerce goods (the last mile). Therefore we recently introduced our home drop boxes to receive the goods at your own house or office. Your proposed trap door may be slightly difficult to install in existing houses but according to our opinion must be a stándard option in all newly built houses. It’s an exciting time for us indeed and your article confirms that we’re on the right track!

  • Peter Staffel

    Hallo Herr Paludan,

    ich muss Ihnen teilweise Recht geben. Manche Artikel lassen sich wirklich leichter über das Internet beziehen. Meine Frau und einer meiner Söhne sind überzeugte e-book-reader. Andere Sachen kaufen wir allerdings nach wie vor auf herkömmliche Art und Weise ein. Das liegt unter Anderem daran, dass wir extrem sparsam mit der Weitergabe unserer Daten über das Internet sind. Ihre Idee mit einer Paketklappe in der Wohnungstür mag ja einen gewissen Charme haben, geht aber völlig an der Realität vorbei. Es hat in der Vergangenheit schon Einbrüche durch nur 25x25cm gr0ße Öffnungen gegeben. Außerdem, geht die “Paketklappe” in eine Richtung auf, kann eine Türe oder ein Fenster von einem eingedrungenen Helfershelfer der Einbrecher, leicht für diese geöffnet werden. Einen weiteren negativen Aspekt des geänderten Einkaufsverhaltens sehe ich in einen steigenden Verödung ganzer Stadtcentren durch die darauf folgende Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte, sowie einer daraus resultierenten Steigerung der Arbeitslosen.

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